Sie befinden sich hier:   

Frauengruppe vom TPAQ unterwegs!

Nach dem Motto: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?", haben wir am 22.07.15 einen Ausflug zum Schloss-Marienburg und anschließend nach Hildesheim unternommen. Schon nach dem Ausstieg aus dem Zug am Bahnhof Nordstemmen wurden wir mit einem herrlichen Blick auf die märchenhafte Sommerresidenz der Welfen, die oberhalb des Ortes auf einem Hügel liegt, belohnt. Das vieltürmige im neugotischen Stil erbaute Schloss, das der letzte König von Hannover, Georg V., für seine Gemahlin, Königin Marie errichten ließ, befindet sich heute im Privatbesitz vom Erbprinz Ernst August von Hannover und wird zum Teil immer noch von der königlich hannoverschen Familie aus dem Welfenhaus bewohnt und vor allem als offizieller Ort für Empfänge genutzt. Aus diesem Grunde konnten wir zunächst nur die 15 Räume, die als Museum der Öffentlichkeit zugänglich sind, in einer einstündigen Führung besichtigen. Dazu gehören vor allem die privaten Gemächer der Königin Marie und ihrer Töchter mit nahezu komplett erhaltener Inneneinrichtung, so zum Beispiel die edlen Holzvertäfelungen und das Silbermobiliar aus dem 18. Jahrhundert. Besonders beeindruckend fanden wir hier die Bibliothek mit einem aufwendig bemalten und mit Blattgold verzierten Schirmgewölbe, das Studierzimmer der Kinder und die für damalige Verhältnisse voll ausgestattete und hochmoderne Küche.

Die Geschichte des Hauses und interessante Einzelheiten zu dem Schicksal der Welfen wurden uns im Rahmen einer Führung durch die Sonderausstellung „Der Weg zur Krone – Das Königreich Hannover und seine Herrscher“ vermittelt. In dieser Ausstellung werden dem Publikum auch zum ersten Mal die Insignien des Königreichs Hannover mit der Königskrone, dem Zepter und der Brautkrone gemeinsam gezeigt. 

Nach diesem eindrucksvollen Vormittag erwartete uns im Nachmittagsprogramm die Stadt Hildesheim, die im diesem Jahr gemeinsam mit dem Bistum Hildesheim ihren 1200sten Geburtstag feiert. Zuerst eilten wir zum Dom, wo sich der sagenumwobene 1000-jährige Rosenstock befindet, bei dem, einer Legende nach, Ludwig der Fromme eine Kapelle errichtete und damit den Grundstein für das Bistum und die Stadt Hildesheim legte.  

Hier wurden uns in einem geführten Rundgang besondere Kunstschätze vorgestellt, dank deren Bedeutung diese Kathedrale zur Weltkulturerbe erhoben worden ist. Dazu gehört  u. a. die Bernwardstür als die größte und älteste figürlich geschmückte Bronzetür des Mittelalters (ca.1015), die Christussäule mit 28 Szenen aus dem öffentlichen Leben Jesu, der Godehardschrein mit den Reliquien des heiligen Godehard,  das spätromanische Taufbecken und der Heziloleuchter - eine romanische Leuchterkrone aus dem 11. Jahrhundert.

Nach einer Stärkungspause besichtigten wir auch im Rahmen einer Stadtführung ein zweites UNESCO-Weltkulturerbe in Hildesheim, die Kirche St. Michaelis, die im ottonischen Baustil erbaut wurde, mit ihrer berühmten bemalten Holzdecke. Unsere Tour endete schließlich auf  dem malerischen historischen Marktplatz, der während der Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg komplett zerstört wurde. Auf Drängen der Hildesheimer Bürger wurde er Ende der 80er Jahre wieder rekonstruiert und präsentiert sich heute den Besuchern im alten Glanz.

Als wir kurz vor 20:00 Uhr in die Weststadt zurückkehrten, konnten wir nicht glauben, dass unsere Reise "nur" ein Tagesausflug war.

Text und Fotos: Violetta Lenz, Stadtteilentwicklung Weststadt e. V.